Die Liquidsteuer bis 2030 im Überblick
| Zeitraum |
Tabaksteuer pro ml |
Tabaksteuer pro 10 ml |
Pro 10 ml inklusive MwSt. auf die Tabaksteuer |
| 2026 – aktuell |
0,32 € |
3,20 € |
3,81 € |
| Ab Januar 2027 |
0,38 € |
3,80 € |
4,52 € |
| Ab Januar 2028 |
0,40 € |
4,00 € |
4,76 € |
| Ab Januar 2029 |
0,42 € |
4,20 € |
5,00 € |
| Ab Januar 2030 |
0,44 € |
4,40 € |
5,24 € |
Die zukünftigen Sätze entsprechen dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober 2026. Beträge inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer sind gerundet. Die letzte Spalte zeigt nur die Tabaksteuer und die darauf entfallende Mehrwertsteuer, nicht den Verkaufspreis oder sämtliche Steuern auf das fertige Produkt.
Auch nikotinfreie Liquids und Basen sind betroffen
Die Bezeichnung Tabaksteuer darf hier nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Flüssigkeiten ohne Tabak und ohne Nikotin besteuert werden. Dazu gehören entsprechend eingeordnete Fertigliquids, Longfills, Shortfills und zum Dampfen bestimmte Basen.
Bei einem Longfill zählt die enthaltene steuerpflichtige Flüssigkeit. Eine 60-ml-Flasche mit 10 ml Aroma wird deshalb nicht allein wegen ihres Fassungsvermögens wie 60 ml Flüssigkeit besteuert. Zusätzlich eingefüllte, steuerpflichtige Shots und Basen bringen ihren eigenen Steueranteil mit.
Höhere Steuern lösen die Probleme des Marktes nicht
Die Bundesregierung begründet die Erhöhung unter anderem mit zusätzlichen Einnahmen und dem Gesundheitsschutz. Aus unserer Sicht bleibt dabei eine entscheidende Frage offen: Wie weit lässt sich der legal versteuerte Markt zusätzlich belasten, ohne dass Kunden auf unversteuerte Angebote ausweichen?
Dieses Problem wurde auch in der öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses angesprochen. Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft machte deutlich, dass dauerhafte Mehreinnahmen einen stabilen legalen Markt und wirksame Maßnahmen gegen Schmuggel und unversteuerte Produkte voraussetzen.
Für den regulären Fachhandel ist die Situation klar: Die Steuer muss entrichtet werden. Sie lässt sich nicht einfach wegkalkulieren. Gleichzeitig stehen legale Anbieter im Wettbewerb mit Angeboten, bei denen diese Abgaben umgangen werden.
Unsere Einschätzung: Für uns zeigt dieser Beschluss vor allem eines: Die Regierung bekommt bei den Einnahmen den Hals nicht voll. Die zusätzliche Belastung tragen die Bürger, während der legale Fachhandel die Folgen auffangen soll. Dass die deutlich verschärften Steuersätze innerhalb weniger Tage durch die parlamentarischen Beratungen gebracht wurden, verstärkt diesen Eindruck. Eine nachvollziehbare Antwort darauf, wie weitere Preissteigerungen den legalen Markt stärken sollen, fehlt uns. Statt Kunden und Fachhändlern Planungssicherheit zu geben, wird die nächste Steuererhöhung auf die letzte gesetzt. Der Bürger wird aus unserer Sicht einmal mehr als Melkkuh für den Staatshaushalt behandelt.
Quellen
Stand: 18. Oktober 2026.