Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Liquidsteuer ab 2027: Deutlich höhere Abgaben für Dampfer

Von: Andy Meyer ·

Ab Januar wird es erneut teurer

Wer Liquids kauft, bezahlt bereits heute einen erheblichen Steueranteil. Jetzt kommt die nächste Erhöhung: Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, die Liquidsteuer ab Januar 2027 von 32 auf 38 Cent pro Milliliter anzuheben. Bis 2030 soll sie auf 44 Cent steigen.

Das betrifft nicht nur nikotinhaltige Liquids. Auch nikotinfreie Flüssigkeiten werden mit dem gleichen Satz besteuert. Entscheidend ist die steuerpflichtige Flüssigkeitsmenge, nicht der Nikotingehalt.

Für eine Flasche mit 10 ml bedeutet das ab 2027 allein 3,80 Euro Tabaksteuer. Zusammen mit der darauf entfallenden Mehrwertsteuer sind es rund 4,52 Euro. Liquid, Flasche, Herstellung und Handel sind damit noch nicht bezahlt.

Liquidsteuer ab 2027: Deutlich höhere Abgaben für Dampfer

Deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen

Der ursprüngliche Regierungsentwurf sah für 2027 einen Anstieg auf 33 Cent pro Milliliter vor. Bis 2030 sollten daraus 36 Cent werden.

Im Finanzausschuss wurde daraus eine deutlich stärkere Erhöhung: Bereits zum Jahreswechsel sind 38 Cent vorgesehen, anschließend steigt der Satz jährlich um weitere zwei Cent.

Beschlossen wurde die Änderung mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD. AfD, Grüne, Die Linke und zwei Abgeordnete der Unionsfraktion stimmten dagegen.

Gegenüber dem heutigen Satz steigt die Liquidsteuer bis 2030 damit um insgesamt 37,5 Prozent. Das ist eine erhebliche zusätzliche Belastung für Kunden und den legalen Fachhandel.

Was bedeutet das für deine Ausgaben?

Bei 10 ml steigt die Tabaksteuer ab 2027 zunächst um 60 Cent. Wird die Erhöhung vollständig weitergegeben, sind das einschließlich Mehrwertsteuer rund 71 Cent zusätzlich pro Flasche.

Ab 2030 liegt die rechnerische Mehrbelastung gegenüber 2026 bei rund 1,43 Euro je 10 ml. Bei beispielsweise zehn Flaschen im Monat wären das rund 14,28 Euro zusätzlich – allein durch die höhere Steuer einschließlich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer.

Wie viel ein bestimmtes Liquid künftig tatsächlich kostet, hängt von der jeweiligen Kalkulation ab. Einen pauschalen Verkaufspreis von neun oder zehn Euro pro Flasche kann man aus dem Beschluss nicht ableiten.

Die Liquidsteuer bis 2030 im Überblick

Zeitraum Tabaksteuer pro ml Tabaksteuer pro 10 ml Pro 10 ml inklusive MwSt. auf die Tabaksteuer
2026 – aktuell 0,32 € 3,20 € 3,81 €
Ab Januar 2027 0,38 € 3,80 € 4,52 €
Ab Januar 2028 0,40 € 4,00 € 4,76 €
Ab Januar 2029 0,42 € 4,20 € 5,00 €
Ab Januar 2030 0,44 € 4,40 € 5,24 €

Die zukünftigen Sätze entsprechen dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober 2026. Beträge inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer sind gerundet. Die letzte Spalte zeigt nur die Tabaksteuer und die darauf entfallende Mehrwertsteuer, nicht den Verkaufspreis oder sämtliche Steuern auf das fertige Produkt.

Auch nikotinfreie Liquids und Basen sind betroffen

Die Bezeichnung Tabaksteuer darf hier nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Flüssigkeiten ohne Tabak und ohne Nikotin besteuert werden. Dazu gehören entsprechend eingeordnete Fertigliquids, Longfills, Shortfills und zum Dampfen bestimmte Basen.

Bei einem Longfill zählt die enthaltene steuerpflichtige Flüssigkeit. Eine 60-ml-Flasche mit 10 ml Aroma wird deshalb nicht allein wegen ihres Fassungsvermögens wie 60 ml Flüssigkeit besteuert. Zusätzlich eingefüllte, steuerpflichtige Shots und Basen bringen ihren eigenen Steueranteil mit.

Höhere Steuern lösen die Probleme des Marktes nicht

Die Bundesregierung begründet die Erhöhung unter anderem mit zusätzlichen Einnahmen und dem Gesundheitsschutz. Aus unserer Sicht bleibt dabei eine entscheidende Frage offen: Wie weit lässt sich der legal versteuerte Markt zusätzlich belasten, ohne dass Kunden auf unversteuerte Angebote ausweichen?

Dieses Problem wurde auch in der öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses angesprochen. Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft machte deutlich, dass dauerhafte Mehreinnahmen einen stabilen legalen Markt und wirksame Maßnahmen gegen Schmuggel und unversteuerte Produkte voraussetzen.

Für den regulären Fachhandel ist die Situation klar: Die Steuer muss entrichtet werden. Sie lässt sich nicht einfach wegkalkulieren. Gleichzeitig stehen legale Anbieter im Wettbewerb mit Angeboten, bei denen diese Abgaben umgangen werden.

Unsere Einschätzung: Für uns zeigt dieser Beschluss vor allem eines: Die Regierung bekommt bei den Einnahmen den Hals nicht voll. Die zusätzliche Belastung tragen die Bürger, während der legale Fachhandel die Folgen auffangen soll. Dass die deutlich verschärften Steuersätze innerhalb weniger Tage durch die parlamentarischen Beratungen gebracht wurden, verstärkt diesen Eindruck. Eine nachvollziehbare Antwort darauf, wie weitere Preissteigerungen den legalen Markt stärken sollen, fehlt uns. Statt Kunden und Fachhändlern Planungssicherheit zu geben, wird die nächste Steuererhöhung auf die letzte gesetzt. Der Bürger wird aus unserer Sicht einmal mehr als Melkkuh für den Staatshaushalt behandelt.

Quellen

Stand: 18. Oktober 2026.